pppppppppsss

You are here: Home » News » Herausforderung für deutsche Leasinggesellschaften
Stephan Fabian, Head of Sales & Marketing, Germany

Das Jahr 2009 – eine Herausforderung für deutsche Leasinggesellschaften

   

Stephan Fabian, Head of Sales & Marketing, Germany
   

Deutschland stieg im Jahr 2007 zum zweit größten Land im Leasinggeschäft, bezogen auf das Neugeschäftsvolumen, auf und verdrängte somit Japan auf den dritten Platz. Auch im vergangenen Jahr konnte mit 3,3% ein erneutes Wachstum erzielt werden und das trotz des sehr schwierigen letzten Quartals. Und dann kam die Finanzmarktkrise.

   

Das Jahr 2009 stellt nun die gesamte Branche vor große Herausforderungen und Deutschland trifft es doppelt – sowohl neue gesetzliche Anforderungen als auch die globale Wirtschaftslage.

   

Viele Gesellschaften müssen sich nun mit neuen Regularien, welche die Eingliederung der Leasinggesellschaften unter das Dach der Bankenaufsicht (BaFin) mit sich bringt, auseinander setzen. Mit dem Jahressteuergesetz 2009 erfolgte die Einbindung von Leasingverträgen als „erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung“, damit sind dann, neben den zusätzlichen formellen Vorgaben auch Anforderungen im organisatorischen Umfeld zu beachten. Jedoch liegt der Grund bereits ein Jahr zurück und ist im Jahressteuergesetz 2008 begründet, in dem die gewerbesteuerliche Hinzurechnung im Gewerbesteuergesetz dahingehend geändert wurde. Um eine Gleichstellung der Leasinggesellschaften gegenüber Kreditinstituten zu erreichen wurden nun Leasinggesellschaften in das sogenannten Bankenprivileg (§19 GewStDV) einbezogen.

   

Während diese Anforderungen bereits bei vielen der großen Leasinggesellschaften, insbesondere mit Bankenhintergrund, eingeführt, dokumentiert und durch die interne Revision überwacht werden, müssen kleine und mittlere Gesellschaften sich nun mit den Themen Meldewesen und Mindestanforderung an das Risikomanagement (MaRisk) auseinander setzen.

   

Die MaRisk haben einen modularen Aufbau, mit einen allgemeinen Teil (Modul AT) und einen besonderen Teil (Modul BT). Im allgemeinen Teil werden grundlegende Anforderungen behandelt, die keinen unmittelbaren spezifischen Bezug auf bestimmte Geschäftsarten bzw. Risikokategorien nehmen. Im besonderen Teil werden die spezifischen Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation im Handels- und Kreditgeschäft, die Prozesse zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation bestimmter Risiken und die interne Revision definiert.

   

Ein nicht unerheblicher Teil dieser Anforderungen kann nur mittels IT-Unterstützung erfüllt werden und benötigen eine Vielzahl von Daten und Informationen. Unternehmen mit modernen und flexiblen IT-Systemen sind hier im Vorteil. Somit auch eine gute Chance für die White Clarke Group.

   

Die zweite Herausforderung ist dem Sturm, der die Leasingbranche weltweit kalt ins Gesicht weht, nämlich der aktuellen wirtschaftlichen Situation, die Stirn zu bieten. Hier kann die gesamte Branche beweisen, dass sie „Investitionsmotor“  der deutschen Wirtschaft ist, wie sie selbst oft von sich sagt. Doch der Motor fängt an unrund zu laufen.

   

Wie die Leasinggesellschaften damit umgehen ist nicht einzig und alleine eine Frage der Ökonomie. Konjunktur und Krise werden immer sehr stark von psychologischen Faktoren beeinflusst. Unternehmen, die Herausforderungen positiv annehmen, sich über neue Produkte, schlankere Prozesse und eine bessere IT-Unterstützung Gedanken machen und investieren, werden sicherlich nicht zu den Verlierern zählen. Das Vertrauen der Konsumenten wieder zu stärken ist wahrscheinlich außerhalb ihres Einflussbereiches, aber bestehende Geschäftsbeziehungen zu Konsumenten und Unternehmen werden  sicher nicht leiden. Aus der zurückhaltenden Kreditvergabe der Banken wird das Produkt Leasing sicherlich stark nachgefragt werden. Hierbei könnten dann jedoch die großen bankenabhängigen Gesellschaften im Vorteil gegenüber den kleineren und mittleren Gesellschaften sein, da davon auszugehen ist, dass die Bankentöchter besser an Refinanzierungsmittel kommen als die „freien“ Gesellschaften.

   

Ich denke, wenn man sich nun auch noch die, eventuell neuen oder zusätzlichen, Informationen, die im Rahmen der MaRisk-Anforderungen ergeben zunutze macht und diese nicht nur als notwendiges Übel sieht, ergeben sich daraus positive Aspekte für die Beurteilung neuer Anfragen bzw. zukünftiger Verträge.

   

Das Wichtigste ist das Gleichgewicht zu wahren. Es wäre in der aktuellen Situation fatal, wenn aus der  „Kreditklemme“ eine  „Entscheidungsklemme“ entstehen würde, weil Entscheidungen nicht getroffen werden.

   

Interessanterweise wird das Wort Krise wird im Chinesischen mit zwei Schriftzeichen symbolisiert. Das eine steht für Gefahr und das andere für Chance. Und ich denke, diese Interpretation trifft ins Schwarze. In den Medien liegt der Schwerpunkt leider zumeist auf der Gefahr. Vergleichsweise wenig  ist über die Chancen zu hören oder zu lesen, die eine Krise mit sich bringen kann. Erfolgreiche Unternehmen wissen Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen, um daraus Chancen abzuleiten. Schwierige wirtschaftliche Phasen waren immer auch chancenreich für das Leasinggeschäft in Deutschland; weil Leasing sehr flexibel  ist.

   

Durch das Signal des Bundes einen Teil des Konjunkturpaketes für die Investition in Infrastrukturprojekte zu verwenden, bietet sich so beispielsweise die Chance einen Teil dieser Investitionen über das Instrument Public Private Partnership (PPP) abzubilden.

   

Ein Teil der deutschen Leasinggesellschaften gibt sich verhalten optimistisch, wenn gleich kaum konkrete Prognosen für das Jahr 2009 genannt werden. So bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass die Manager der deutschen Leasinggesellschaften den richtigen Mix aus Risikobeurteilung, Entscheidungsfreunde und Innovation finden, um einerseits natürlich positive Effekte für ihr Unternehmen zu erzielen und andererseits dadurch auch helfen die Wirtschaft wieder anzukurbeln.